Eine SEO-Agentur soll Ihre Website in den unbezahlten Google-Suchergebnissen sichtbarer machen. Prüfen Sie vor der Beauftragung frühere Kundenprojekte, geplante Maßnahmen und realistische Erwartungen. Garantierte Spitzenplätze sind ein Warnsignal: Google zufolge kann niemand Platz eins zusichern.
Klären Sie, wer Ihr Projekt betreut und wie die Agentur Ergebnisse bewertet. Gespräche mit früheren Kunden und verständliche Berichte zeigen, ob die angekündigte Arbeit zur späteren Zusammenarbeit passt.
Fragen Sie nach Vorgehen und Zuständigkeiten
Zu Beginn sollte die Agentur Fragen zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Kundschaft und Ihren Zielen stellen. Fragen Sie, welche Erfahrung sie mit Ihrer Branche und Ihrem Zielmarkt hat und wer die Arbeit tatsächlich übernimmt. Ohne ein Gespräch über Ihre Website und Ihr Geschäftsmodell kann die Agentur keine passende Strategie vorschlagen.
Bitten Sie um eine nachvollziehbare Erklärung des geplanten Vorgehens. Welche technischen Probleme will die Agentur prüfen? Welche Inhalte hält sie für verbesserungswürdig? Was soll Ihr Unternehmen selbst umsetzen, und welche Aufgaben übernimmt die Agentur? Fragen Sie auch, woran sich der Erfolg messen lässt und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, etwa interne Freigaben oder Änderungen an der Website.
Diese Fragen helfen beim Auswahlgespräch:
- Welche früheren Projekte können Sie zeigen? Was genau haben Sie dort umgesetzt?
- Welche Ergebnisse halten Sie für realistisch, in welchem Zeitraum und anhand welcher Kennzahlen?
- Welche Risiken oder Abhängigkeiten sehen Sie bei unserer Website?
- Wie gehen Sie vor, wenn sich die erwartete Entwicklung nicht zeigt?
- Wie dokumentieren Sie Empfehlungen, Änderungen und noch offene Aufgaben?
Prüfen Sie, ob die Antworten verständlich und konkret ausfallen. Eine Agentur sollte erklären können, warum sie eine Änderung empfiehlt und welche Folgen sie erwartet. Fragen Sie außerdem, wie häufig Sie miteinander sprechen und wer auf Ihrer Seite Freigaben erteilt oder technische Anpassungen umsetzt.
Für eine erste SEO-Prüfung empfiehlt Google, der Agentur nur Lesezugriff auf die Google Search Console zu geben. Dort sehen Websitebetreiber Daten zur Leistung in der Google-Suche. Mit Schreibzugriff könnte die Agentur Änderungen vornehmen; für die erste Prüfung braucht sie diese Berechtigung nicht. Ein brauchbares Audit benennt mögliche Verbesserungen und schätzt den nötigen Aufwand ein.
Prüfen Sie SEO-Referenzen
Eine Referenz hilft Ihnen bei der Auswahl, wenn Sie die Ausgangslage, die Arbeit der Agentur und die Entwicklung nachvollziehen können. Fragen Sie nach Projekten, die Ihrem Vorhaben ähneln: etwa bei Branche, Zielmarkt, Website-Typ oder Umfang. Eine Agentur mit Erfahrung im lokalen Handel bringt andere Referenzen mit als eine, die vor allem internationale Onlineshops betreut.
Lassen Sie sich erklären, welchen Anteil die Agentur am Ergebnis hatte. Hat sie technische Empfehlungen erstellt, Inhalte überarbeitet oder Änderungen selbst umgesetzt? Wann begann die Zusammenarbeit, und welche Kennzahlen entwickelten sich danach? Auch eine positive Entwicklung beweist für sich allein nicht, dass allein die Agentur sie verursacht hat. Ein Relaunch, saisonale Nachfrage oder Veränderungen im Markt können ebenfalls eine Rolle spielen.
Sprechen Sie nach Möglichkeit direkt mit früheren Kunden. Fragen Sie, ob die Agentur ihre Arbeit verständlich erklärt, Absprachen eingehalten und auch bei ausbleibenden Ergebnissen offen kommuniziert hat. Google empfiehlt, Geschäftskundenreferenzen zu prüfen und frühere Kunden nach Nutzen, Zusammenarbeit und Resultaten zu fragen.
Ein Zertifikat kann die Prüfung ergänzen. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) prüft bei seinem SEO-Qualitätszertifikat unter anderem Arbeitsweise, Kundenzufriedenheit, Erfahrung und Projektbeispiele. Das Zertifikat ist ein Hinweis auf ein geprüftes Verfahren, aber keine Garantie für die passende Betreuung oder den Erfolg Ihres konkreten Projekts. Der BVDW empfiehlt es selbst; eine nicht zertifizierte Agentur ist deshalb nicht automatisch unseriös. Prüfen Sie unabhängig davon die Referenzen, wer an Ihrem Projekt arbeitet und wie die Agentur vorgeht.
Erkennen Sie unseriöse SEO-Versprechen
Ein garantierter erster Platz bei Google ist ein klares Warnsignal. Gleiches gilt für Behauptungen, die Agentur habe eine besondere Beziehung zu Google oder könne eine bevorzugte Aufnahme in den Suchindex erreichen. Google rät davon ab, Anbieter mit solchen Aussagen zu beauftragen.
Seien Sie vorsichtig, wenn die Agentur ihre Methoden geheim hält oder nicht erklären will, welche Änderungen sie plant. Die beauftragten Maßnahmen wirken sich auf Ihre Website aus. Lassen Sie sich deshalb Maßnahmen und mögliche Risiken schriftlich erläutern, bevor Sie zustimmen.
Fragen Sie genauer nach, wenn ein Anbieter automatisierte Link-Erstellung, umfangreichen Linktausch oder andere manipulative Linkpraktiken vorschlägt. Google nennt solche Methoden in seinen Spam-Richtlinien. Bezahlte Werbung oder Sponsoring ist nicht grundsätzlich problematisch; Links daraus müssen jedoch passend gekennzeichnet sein, etwa mit sponsored oder nofollow, damit sie keine Rankingsignale weitergeben.
Seien Sie auch bei festen Wirkungszusagen vorsichtig. Änderungen werden in der Suche manchmal innerhalb weniger Tage sichtbar, manchmal erst nach mehreren Monaten. Eine sichtbare Verbesserung ist nicht garantiert, und Suchpositionen verändern sich. Eine Agentur sollte daher einen begründeten Zeitrahmen und überprüfbare Ziele nennen, aber keine sicheren Rankings versprechen.
Vergleichen Sie außerdem Angebote nach ihrem Leistungsumfang. Ein auffällig niedriger Preis ist kein Beweis für schlechte Arbeit, sollte aber Fragen aufwerfen: Welche Leistungen sind enthalten? Wer setzt Empfehlungen um? Wie viel persönliche Betreuung ist vorgesehen? Erst der Vergleich mit anderen Angeboten und Referenzen zeigt, ob Preis und Aufwand zusammenpassen.
Vereinbaren Sie regelmäßige SEO-Berichte
Ein Bericht sollte zeigen, was sich in der Suche verändert hat und was die Agentur getan hat. Die Google Search Console liefert unter anderem Daten zu Impressionen und Klicks. Auch Klickrate und Suchanfragen lassen sich dort auswerten. Google Analytics ergänzt Informationen dazu, was Besucher nach dem Klick auf Ihrer Website tun. So sehen Sie, ob mehr Sichtbarkeit in der Suche zu Anfragen oder Käufen führt.
Bitten Sie die Agentur, neben Kennzahlen auch Maßnahmen und nächste Schritte zu dokumentieren: Was wurde umgesetzt? Welche Empfehlung wartet noch auf Ihre Freigabe? Welche Seite oder Suchanfrage erklärt eine auffällige Veränderung? Ein Bericht mit Zahlen ohne Einordnung hilft wenig bei Entscheidungen.
Klicks aus der Search Console und Sitzungen in Google Analytics sind nicht dieselbe Messgröße und werden unterschiedlich berechnet. Die Zahlen müssen deshalb nicht übereinstimmen. Eine gute Agentur erklärt solche Abweichungen, statt sie vorschnell als Fehler oder Erfolg zu deuten. Sie sollte auch die durchschnittliche Position nicht als alleinigen Erfolgsmaßstab verwenden. Impressionen, Klicks und passende Aktionen auf der Website liefern mehr Kontext.
Legen Sie vor dem Start fest, wann Sie Berichte erhalten und wann Sie die Ergebnisse gemeinsam besprechen. Es gibt keine allgemeingültige Reporting-Frequenz, die für jedes Unternehmen passt. Wichtig ist, dass Sie vereinbaren, bei welchen auffälligen Veränderungen die Agentur Sie informiert und welche Fragen ein regelmäßiger Bericht beantwortet.
Prüfen Sie Veränderungen in der Google-Suche
Beim Monitoring beobachten Sie Veränderungen in der Suche und prüfen sie, bevor Sie größere Anpassungen vornehmen. Ein kurzfristiger Rückgang bei einzelnen Suchanfragen reicht nicht aus, um die Ursache festzustellen. Prüfen Sie, welche Seiten betroffen sind, ob sich Klicks und Impressionen gemeinsam verändert haben und ob die Entwicklung anhält. Bei deutlichen, anhaltenden Rückgängen empfiehlt Google eine genauere Analyse der betroffenen Seiten und Suchanfragen.
Steht ein Rückgang möglicherweise mit einem größeren Google-Update in Verbindung, sollten Sie den Abschluss der Aktualisierung abwarten und die Entwicklung frühestens nach einer weiteren vollen Woche bewerten. Dieser Rat gilt für die Analyse eines vermuteten Zusammenhangs mit einem solchen Update, nicht für jedes regelmäßige Reporting. Eine Agentur sollte die Ursache sorgfältig prüfen, statt hektisch Änderungen vorzunehmen oder jeden Ausschlag als Beweis für einen Erfolg oder Misserfolg zu werten.