Ein Backlink ist ein Link von einer anderen Website zur eigenen. Auch ohne Bezahlung kostet der Aufbau Zeit. Dazu gehört, gute Inhalte zu erstellen und passende Kontakte zu knüpfen. Auch Einträge müssen gepflegt werden. Er kann Leserinnen und Leser auf eine Seite aufmerksam machen, führt aber nicht zwangsläufig zu einem besseren Platz in den Suchergebnissen.
Prüfen Sie bei kleinem Budget zuerst Erwähnungen ohne Link und veraltete Verweise auf Ihre Website. Erstellen Sie danach nützliche Inhalte und fragen Sie gezielt nach Links. Massenhafte Einträge, automatisierte Kommentare und Linktausch auf Vorrat bergen Spamrisiken.
Erwähnungen und alte Links nutzen
Eine Erwähnung ohne Link ist oft der einfachste Ansatz. Wenn eine Website bereits ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Fachperson nennt, kennt die zuständige Person das Thema zumindest. Fragen Sie höflich, ob ein Link zur passenden Seite den Leserinnen und Lesern weiterhilft. Nennen Sie den Beitrag und die passende Seite, auf die der Link führen soll. Die Redaktion entscheidet selbst, ob sie ihn ergänzt.
Prüfen Sie auch, ob andere Websites noch auf eine alte oder fehlerhafte Adresse Ihrer Seite verweisen. Das passiert zum Beispiel nach einem Website-Umzug oder wenn eine Seite gelöscht wurde. Wenn ein solcher Link tatsächlich ins Leere führt, bitten Sie die verantwortliche Person um eine Aktualisierung auf die passende neue Adresse. Eine Weiterleitung auf Ihrer eigenen Website ist dagegen nicht automatisch ein Problem und kein Anlass für eine Anfrage.
Beide Methoden brauchen zunächst etwas Recherche. Sie sind besonders sinnvoll, wenn Sie bereits Erwähnungen oder veraltete Verweise finden. Eine Nachricht sollte sich auf einen konkreten Fund beziehen; eine allgemeine Bitte um „mehr Backlinks“ bietet der anderen Website keinen klaren Nutzen.
Kaputte externe Links ersetzen
Suchen Sie auf thematisch passenden Websites nach Links, die nicht mehr funktionieren, und schlagen Sie eine geeignete Ersatzquelle vor. Ihre Seite muss das Thema des alten Verweises tatsächlich abdecken. Eine bloß ähnliche Seite ist kein guter Ersatz.
Die Suche kostet Zeit, weil Sie passende Seiten und die Links darauf einzeln prüfen müssen. Außerdem entscheidet die Websitebetreiberin oder der Websitebetreiber, ob eine Aktualisierung passt. Fachleute schätzen den Nutzen dieser Methode unterschiedlich ein; sie ist arbeitsintensiv und führt nicht zuverlässig zu neuen Links. Schreiben Sie daher nur dann, wenn Sie eine wirklich passende Ersatzseite haben, statt wahllos Websitebetreiber anzuschreiben.
Nützliche Inhalte erstellen
Eine Checkliste, eine Vorlage, eine kleine eigene Datenauswertung oder ein verständlicher Ratgeber kann anderen Websites einen guten Grund geben, auf Ihre Seite zu verlinken. Der Inhalt muss eine konkrete Frage beantworten oder eine Aufgabe erleichtern. Ein beliebiger zusätzlicher Blogbeitrag zieht nicht automatisch Links an.
Planen Sie auch Zeit ein, um den Inhalt bekannt zu machen. Zeigen Sie die Ressource gezielt Personen, die zu ihrem Thema arbeiten, und erklären Sie, welchen Nutzen sie für deren Publikum hat. Andere Websites können einen hilfreichen Inhalt über längere Zeit zitieren. Allein die Veröffentlichung bringt aber keine Links. Prüfen Sie deshalb vorab, ob es bereits ähnliche Inhalte gibt und was Ihre Version zusätzlich bietet.
Lokale Einträge pflegen
Für ein lokales Geschäft sind korrekte Einträge in passenden Branchen- und Ortsverzeichnissen nützlich, weil Kundinnen und Kunden dort Kontaktdaten und Öffnungszeiten finden. Ein kostenloses Google-Unternehmensprofil ist ein konkretes Beispiel. Halten Sie Name, Adresse, Telefonnummer und weitere Angaben aktuell.
Wählen Sie Verzeichnisse nach tatsächlichem Nutzen aus: Sie sollten zur Branche, zum Ort oder zu einer echten Mitgliedschaft passen. Wenn Sie sich massenhaft in minderwertige Verzeichnisse eintragen, sparen Sie auf Dauer keine Arbeit. Das kann außerdem wie Link-Spam wirken. Ein Profil oder Verzeichniseintrag kann Kundinnen und Kunden helfen, das Geschäft zu finden. Die Position in den Suchergebnissen muss sich dadurch aber nicht messbar verbessern.
Fachbeiträge sorgfältig wählen
Ein Fachbeitrag, ein Interview oder ein Gastartikel ist sinnvoll, wenn er ein passendes Publikum informiert und eigenes Fachwissen beisteuert. Klären Sie vorher, für wen die Website schreibt und ob Ihr Thema dort wirklich relevant ist. Der Beitrag sollte auch ohne den Link einen klaren Nutzen haben.
Google unterscheidet solche redaktionellen Beiträge von groß angelegten Kampagnen, deren Hauptzweck der Aufbau von Links ist. Vermeiden Sie deshalb identische oder nur leicht veränderte Beiträge auf vielen Websites. Bitten Sie auch nicht um einen Link, dessen anklickbarer Text künstlich mit Suchbegriffen vollgestopft ist. Der Link sollte auf eine Seite führen, die den Inhalt des Beitrags sinnvoll ergänzt.
Fachforen sinnvoll nutzen
Foren und Kommentare eignen sich für fachlichen Austausch und Sichtbarkeit. Verlinken Sie Ihre Website nur dann, wenn sie eine konkrete Frage beantwortet oder eine Aussage belegt. Wenn Sie in jedem Beitrag einen Link setzen, eine Signatur mit vielen Suchbegriffen nutzen oder automatisiert posten, dient das meist dem Linkaufbau statt dem Austausch mit anderen.
Links aus Kommentaren oder Foren werden häufig als nutzergenerierte Links gekennzeichnet. Google empfiehlt für solche Links die Kennzeichnung ugc oder nofollow. Das bedeutet, dass Google sie im Allgemeinen nicht wie gewöhnliche Links behandelt. Für Menschen kann ein passender Link trotzdem nützlich sein.
Spam und Linktausch erkennen
Google prüft bei Links auch, wie sie gesetzt werden und welchem Zweck sie dienen. Zu den genannten Spampraktiken gehören automatisierte Linkerstellung, übermäßiger Linktausch, minderwertige Verzeichnisse und keywordreiche Links in Foren. Auch Gastbeiträge, die vor allem für Rankingsignale veröffentlicht werden, können gegen die Spamregeln verstoßen.
Prüfen Sie vor jeder Aktion, ob der Link den Leserinnen und Lesern der anderen Website tatsächlich hilft. Achten Sie außerdem auf diese Warnzeichen:
- Die Platzierung ist an Geld, Waren oder eine andere Gegenleistung geknüpft, ohne als Werbung oder gesponserter Link gekennzeichnet zu werden.
- Ein Dienst verspricht zahlreiche Einträge, Kommentare oder Links per Automatisierung.
- Die verlinkende Seite passt thematisch nicht oder wirkt wie ein Verzeichnis ohne erkennbaren Nutzen.
- Der Linktext wirkt unnatürlich und wiederholt Suchbegriffe, statt das Linkziel verständlich zu beschreiben.
Bei bezahlten Platzierungen oder anderen Gegenleistungen empfiehlt Google die Kennzeichnung sponsored oder nofollow. Für nutzergenerierte Links, etwa in Foren, ist ugc oder nofollow vorgesehen. Diese Kennzeichnungen zeigen, um welche Art von Link es sich handelt. Setzen Sie deshalb aber keine Links an Stellen, an denen sie niemandem helfen.
Zeitaufwand für Backlinks planen
Die Methoden unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Zeit sie für Recherche, Erstellung und Kontaktaufnahme brauchen. Eine passende Erwähnung ohne Link zu finden, ist meist weniger aufwendig als eine eigene Ressource zu erstellen oder fremde Seiten systematisch auf kaputte Verweise zu prüfen. Die folgende Tabelle hilft bei der Planung. Wie viel Zeit Sie tatsächlich brauchen, hängt vom Einzelfall ab:
| Methode | Aufwand | Passt besonders, wenn … |
|---|---|---|
| Erwähnungen ohne Link anfragen | Niedrig bis mittel | die eigene Marke oder Fachperson bereits erwähnt wird |
| Eigene fehlerhafte Links korrigieren lassen | Niedrig bis mittel | eine passende Zielseite umgezogen oder verändert wurde |
| Lokale Profile und Verzeichnisse pflegen | Niedrig bis mittel | ein lokales Geschäft korrekte Kontaktinformationen verbreiten will |
| Kaputte externe Links ersetzen | Mittel bis hoch | eine gute Ersatzseite zu einem konkreten Verweis existiert |
| Nützliche Inhalte erstellen und verbreiten | Hoch am Anfang | ein klares Informationsbedürfnis noch nicht gut abgedeckt ist |
| Fachbeiträge oder Interviews vorbereiten | Mittel bis hoch | ein passendes Publikum und ein konkreter fachlicher Beitrag vorhanden sind |
Laut Ahrefs führen etwa 1 bis 5 Prozent der unaufgeforderten Linkanfragen zu einem Link. Diese Zahl stammt aus einer Branchenumfrage mit mehr als 800 Personen auf X und LinkedIn. Sie ist weder eine repräsentative Erfolgsquote für kleine Websites noch eine verlässliche Grundlage für ein festes Ziel. Auch ein Ahrefs-Fallbeispiel mit 5,75 Prozent entstand bei einer Marke, die bereits Bekanntheit hatte.
Messen Sie deshalb nicht nur die Zahl neuer Links. Notieren Sie auch den Zeitaufwand und prüfen Sie, ob eine Anfrage Besuche über andere Websites oder passende Erwähnungen gebracht hat. So erkennen Sie, welche Methode für Ihre Branche tatsächlich etwas beiträgt.
Mit wenigen Schritten starten
Beginnen Sie mit einer überschaubaren Prüfung: Suchen Sie nach Erwähnungen ohne Link und nach Verweisen auf veraltete eigene Seiten. Wenn Sie dabei keine passenden Möglichkeiten finden, pflegen Sie wichtige lokale Einträge oder verbessern Sie einen Inhalt, den andere Websites gern als Quelle verlinken. Kontaktieren Sie nur Personen, wenn Sie konkret erklären können, wie der Link ihrer Leserschaft hilft.
Erweitern Sie die Suche erst, wenn Sie wissen, welche Ansätze Zeit kosten und welche Ergebnisse bringen. Eine kleine Zahl relevanter, freiwillig gesetzter Links ist eine bessere Grundlage als viele Einträge, die nur der Linkmenge dienen.