Wenn andere Websites auf deine Inhalte verlinken, entstehen Backlinks. Zu einem natürlichen Linkprofil gehören die Links, die Websites, von denen sie kommen, die verlinkten Seiten und die Linktexte. Eine feste Idealquote oder vorgeschriebene monatliche Wachstumsrate gibt es nicht.
Für jeden Link sollte es einen klaren Nutzen geben. Gute Inhalte bieten anderen einen Grund, sie zu zitieren oder zu empfehlen. Gekaufte oder automatisiert erzeugte Links, die Suchrankings manipulieren sollen, verstoßen gegen Googles Spam-Richtlinien.
Woran du ein natürliches Linkprofil erkennst
Ein organisch gewachsenes Linkprofil sieht bei jeder Website anders aus. Eine Fachpublikation erhält andere Verweise als ein lokaler Handwerksbetrieb oder ein Online-Shop. Auch ein stark geteilter Beitrag kann innerhalb kurzer Zeit mehr Links anziehen als andere Seiten. Solche Unterschiede sind nachvollziehbar, wenn sie zum Inhalt und dazu passen, wie viel Aufmerksamkeit er bekommt.
Prüfe zuerst, ob der Link zum Inhalt passt: Verweist die Seite auf eine passende Ressource? Hilft der Link den Lesern weiter? Gehört er zu einem redaktionellen Text? Wenn ein Fachblog eine eigene Untersuchung zitiert, ist das ein nachvollziehbarer Grund für den Link. Ein wahlloser Link in einer unpassenden Fußzeile tut das nicht.
Auch der Linktext, der sogenannte Ankertext, sollte verständlich beschreiben, worauf der Link führt. Google empfiehlt kurze, beschreibende Formulierungen. Ein Link darf den Namen einer Marke, eine Webadresse oder eine passende Beschreibung enthalten. Es gibt jedoch keine belegte Sollverteilung, nach der ein bestimmter Prozentsatz der Ankertexte aus Markenbegriffen oder Suchbegriffen bestehen müsste.
Verdächtige Linkmuster erkennen
Google nennt mehrere Linkmuster, die auf Manipulation hindeuten. Ein einzelner auffälliger Link beweist für sich genommen noch keinen Verstoß. Entscheidend ist, wie die Links entstanden sind, welchem Zweck sie dienen und ob sie Teil eines Musters sind.
| Muster | Warum es problematisch ist |
|---|---|
| Bezahlung, Waren oder Dienstleistungen im Austausch für rankingwirksame Links | Der Link soll Suchrankings beeinflussen. Werbung und Sponsoring müssen als solche gekennzeichnet werden. |
| Übermäßiger Linktausch | Viele gegenseitige Verweise, die vor allem dem Linkaufbau dienen, schaffen wenig redaktionellen Nutzen. |
| Automatisierte Linkerstellung | Die Links entstehen ohne echte redaktionelle Entscheidung und zielen auf Manipulation. |
| Keywordreiche Links in Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen | Besonders problematisch wird es, wenn Beiträge oder Links gekauft werden, um Suchbegriffe gezielt zu verankern. |
| Geringwertige Verzeichnisse, Kommentarlinks oder Forensignaturen | Die Links stehen häufig ohne passenden Kontext und ohne Nutzen für Leser. |
| Breite Footer-, Vorlagen- oder Widget-Links | Ein Link erscheint auf vielen Seiten, obwohl er dort nicht jeweils sinnvoll ist. |
| Inhalte, die hauptsächlich für Links entstehen | Der Inhalt bietet Lesern wenig und dient vor allem als Linkköder. |
Bezahlte Werbung und Sponsoring gehören zum normalen Online-Marketing. Google empfiehlt, entsprechende Links mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" zu kennzeichnen. Für Links aus Nutzerbeiträgen, etwa Kommentaren, ist rel="ugc" vorgesehen; auch nofollow kommt infrage. Gastbeiträge sind nicht automatisch problematisch. Entscheidend ist, ob sie Lesern etwas bieten und ob Links nicht als Gegenleistung für Rankingvorteile verkauft werden.
Linkaufbau über Zeit planen
Setze beim Linkaufbau auf passende Inhalte und Zielgruppen und arbeite ohne monatliche Sollzahl für Links. Prüfe zuerst: Welche Seiten verlinken schon auf deine Website? Welche deiner Inhalte bekommen Links, und warum? Welche wichtigen Fragen deiner Zielgruppe beantwortet noch keine Seite gut? Betrachte neben der Zahl der Links auch die verweisenden Domains. Damit sind die einzelnen Websites gemeint, von denen Links kommen.
Erstelle anschließend Inhalte, die andere tatsächlich nutzen oder zitieren können. Eine gründliche Anleitung oder eigene Datenauswertung kann solche Inhalte liefern. Auch eine Umfrage oder ein praktisches Werkzeug kommt infrage. Ein Rechner für eine konkrete Fachaufgabe gibt zum Beispiel dann einen guten Grund für einen Link, wenn er zuverlässig funktioniert und eine Frage schneller beantwortet als ein allgemeiner Ratgeber. Solche Formate erhöhen die Chance auf Verweise, garantieren sie aber nicht.
Weise passende Ansprechpartner und Redaktionen auf nützliche Inhalte hin. Erkläre knapp, für wen die Ressource gedacht ist und was sie bietet. Die Kontaktaufnahme sollte auch dann sinnvoll sein, wenn daraus kein SEO-Link entsteht. In Fachgemeinschaften solltest du zuerst mit hilfreichen Beiträgen auffallen, statt Links ohne passenden Gesprächsbeitrag einzufügen.
Prüfe regelmäßig, was die Inhalte bewirken, und richte die nächsten Inhalte danach aus. Schau, welche neuen Websites auf dich verlinken, welche deiner Seiten sie auswählen und ob der Link im Text den Lesern hilft. Beobachte auch, ob die Verweise Besucher bringen oder zu weiteren fachlichen Erwähnungen führen. Nutze diese Erkenntnisse für die weitere Planung. Eine feste Mindestzahl für den nächsten Monat ergibt sich daraus nicht.
Warum Linkspitzen kein Urteil sind
Ein plötzlicher Anstieg der Links ist kein automatischer Beweis für Manipulation. Ahrefs untersuchte Suchergebnisse in den USA für Suchbegriffe ohne Markennamen. Die vorderen Ergebnisse erhielten tendenziell mehr neue verweisende Domains. Bei vielen untersuchten Seiten auf Platz eins erfasste Ahrefs im Beobachtungszeitraum monatlich etwa 5 bis 14,5 Prozent mehr neue verweisende Domains.
Diese Werte beschreiben eine Beobachtung, keine Empfehlung. Die Studie belegt nicht, dass der Linkzuwachs bessere Rankings verursacht, und sie liefert keinen Grenzwert für ein natürliches Profil. Auch Googles John Mueller sagte öffentlich, dass allein die Zahl neuer Links in einem bestimmten Zeitraum nicht entscheidend ist. Ein vorab bestelltes Paket von Hunderten Links in wenigen Tagen sei dagegen ein Hinweis auf künstlichen Erwerb. Prüfe bei einem plötzlichen Anstieg zuerst, woher die Links kommen und in welchem Zusammenhang sie stehen. Glätte das Wachstum nicht künstlich und entferne nicht vorschnell legitime Verweise.
Problematische Backlinks richtig prüfen
Ein SEO-Werkzeug kann Links als „toxisch“ oder riskant einstufen. Diese Bewertung allein reicht nicht aus, um die Links für schädlich zu erklären. Google erklärt, dass die meisten Websites das Disavow-Tool nicht benötigen, weil Google Links selbst einordnen kann.
Nutze das Werkzeug nur, wenn es viele künstliche oder minderwertige Links gibt und zusätzlich eine manuelle Maßnahme vorliegt oder wahrscheinlich ist. Eine manuelle Maßnahme ist eine ausdrücklich in der Google Search Console gemeldete Reaktion auf einen Richtlinienverstoß. Versuche nach Möglichkeit zuerst, die problematischen Links entfernen oder richtig kennzeichnen zu lassen. Eine unpassende Disavow-Datei kann der Sichtbarkeit schaden.