Home → Allgemein

Verwaiste Seiten finden: So rettest du Orphan Pages

Like Tweet Pin it Share Share Email

Eine verwaiste Seite (Orphan Page) ist eine URL, die ein Crawler von einem festgelegten Startpunkt aus über interne Links nicht erreicht. Er folgt dabei etwa den Links von der Startseite über Kategorien zu einzelnen Beiträgen.

Vergleiche die URLs, die der Crawler gefunden hat, mit den URLs aus der XML-Sitemap und anderen Quellen. So findest du mögliche verwaiste Seiten. Prüfe jede URL einzeln: Manche Seiten brauchen einen internen Link, andere sind veraltet oder sollen bewusst nicht in der Navigation erscheinen.

Wann eine Seite als verwaist gilt

Eine Seite gilt in der Praxis als verwaist, wenn ein Crawl von der Startseite keinen internen Linkpfad zu ihr findet. Sie kann trotzdem in der XML-Sitemap stehen, externe Links erhalten oder Google auf einem anderen Weg bekannt sein. „Verwaist“ bedeutet daher nicht automatisch „nicht indexiert“.

Auch der Crawl-Aufbau beeinflusst das Ergebnis. Eine Seite, die nur von einer anderen verwaisten Seite verlinkt wird, bleibt bei einem Crawl ab der Startseite unerreichbar. Ein Werkzeug kann sie deshalb als verwaist melden, obwohl ein interner Link existiert.

Der Begriff beschreibt also zunächst eine fehlende Verbindung zum gewählten Crawl-Ausgangspunkt. Er sagt für sich allein weder aus, ob eine Seite in Suchergebnissen erscheint, noch ob sie einen Fehler darstellt.

Warum fehlende Links stören

Ohne einen Link aus Navigation, Kategorie oder einem passenden Inhalt müssen Besucher die URL kennen, um die Seite direkt aufzurufen. Das erschwert die Orientierung und kann verhindern, dass nützliche Inhalte an den Stellen auftauchen, an denen Leser sie erwarten.

Interne Links helfen Suchmaschinen außerdem, Seiten zu entdecken und ihren thematischen Zusammenhang einzuordnen. Eine verwaiste Seite erhält weniger Kontext aus der übrigen Website. Eine XML-Sitemap kann Google zusätzliche URLs mitteilen, schafft aber keinen Navigationspfad für Besucher und stellt weder Crawling noch Indexierung sicher.

Eine pauschale Rankingstrafe für jede verwaiste Seite lässt sich daraus nicht ableiten. Auch ein ergänzter Link garantiert keine bessere Platzierung. Der direkte Nachteil ist, dass Besucher die Seite schwerer finden und ihr Zusammenhang mit anderen Inhalten weniger klar ist.

Crawl und Sitemap abgleichen

Lass zuerst ein Werkzeug die internen Links deiner Website verfolgen und eine Liste der URLs erstellen, die es erreicht. Achte darauf, dass das Werkzeug die richtigen Bereiche und Subdomains erfasst. Prüfe auch, ob es JavaScript-Inhalte ausführen muss, um Seiten zu sehen. Zugangsbeschränkungen können ebenfalls dazu führen, dass Seiten fehlen. Das Ergebnis zeigt nur, welche URLs das Werkzeug unter diesen Bedingungen erreicht hat.

Lies anschließend die XML-Sitemap ein. Sie enthält URLs, die beim internen Crawl möglicherweise nicht auftauchen. Vergleiche beide Mengen: URLs aus der Sitemap, die im Crawl fehlen, sind Kandidaten zur Prüfung. Die Sitemap liefert zusätzliche URLs. Sie bestätigt aber nicht, dass jede aufgeführte Seite aktuell und erreichbar ist oder in den Suchergebnissen erscheinen soll. In die Sitemap gehören die bevorzugten kanonischen URLs. Das sind die Adressen, die Suchmaschinen bei mehreren Varianten desselben Inhalts als maßgeblich behandeln sollen.

Ergänze bei Bedarf weitere Quellen. Die Google Search Console zeigt URLs, die in Google-Suchergebnissen eingeblendet wurden (Impressionen) oder Klicks erhalten haben. Analysewerkzeuge zeigen Seitenaufrufe. Serverprotokolle zeigen, welche URLs angefordert wurden. Auch CMS-Datenbanken oder Backlink-Daten können zusätzliche Kandidaten liefern. Je mehr passende Quellen du einbeziehst, desto vollständiger wird der Vergleich. Eine URL, die in keiner Quelle vorkommt, bleibt dabei womöglich unentdeckt.

URLs vor dem Abgleich vereinheitlichen

Vor dem Abgleich solltest du URLs einheitlich behandeln. Sonst erscheinen Varianten derselben Seite als getrennte Einträge. Prüfe zum Beispiel, ob die Website sowohl mit als auch ohne „www“ erreichbar ist, wie sie HTTP- und HTTPS-Adressen behandelt und ob sie einen Schrägstrich am Ende einer URL einheitlich verwendet.

Berücksichtige auch Weiterleitungen, URL-Parameter und die kanonische Adresse. Fasse unterschiedliche URLs jedoch nicht blind zusammen: Groß- und Kleinschreibung kann je nach Server eine Rolle spielen, und Parameter können für manche Seiten relevant sein. Vergleiche deshalb die bereinigten Adressen mit den tatsächlich erreichbaren Zielseiten.

Das Ergebnis ist eine Kandidatenliste, keine automatische Reparaturliste. Prüfe jede URL: Antwortet die Seite mit einem erfolgreichen Statuscode? Bietet sie eigenständige, aktuelle Inhalte? Gehört sie in die normale Nutzerführung? Eine Sitemap, die auf eine Weiterleitung oder eine Fehlerseite verweist, sollte ebenfalls bereinigt werden.

Seiten sinnvoll verlinken

Soll die Seite erhalten bleiben und Besucher erreichen, ergänze einen Link dort, wo er inhaltlich passt. Ein Ratgeber über Kaffeemühlen kann beispielsweise auf einen passenden Produktvergleich verweisen. Eine Kategorieseite kann auf wichtige Beiträge ihres Themenbereichs führen. Setze den Link, wenn er Lesern beim nächsten sinnvollen Schritt hilft; dass ein Crawl die URL erreicht, reicht allein nicht als Grund.

Formuliere den Linktext so, dass er das Ziel beschreibt. Ein konkreter Themenbegriff vermittelt mehr als eine allgemeine Formulierung wie „hier klicken“. Lege den Link als HTML-Link mit einer Zieladresse an. Suchmaschinen erfassen Links unter Umständen schlechter, wenn sie nur durch ein Skript ausgelöst werden.

Wichtige Inhalte sollten mindestens von einer anderen Seite der Website verlinkt sein. Das bedeutet nicht, dass jede Seite überall auftauchen muss. Ein Link aus einer passenden Kategorie oder einem thematisch verwandten Beitrag reicht als sinnvoller Ausgangspunkt, sofern Besucher ihn dort erwarten. Wenn neue Beiträge regelmäßig isoliert bleiben, prüfe auch die Kategorienavigation und die Veröffentlichungseinstellungen im CMS.

Wann ein Link nicht passt

Manche Seiten sollen bewusst außerhalb der normalen Navigation bleiben, etwa eine Kampagnen-Landingpage. In diesem Fall ist fehlende interne Verlinkung nicht automatisch ein Fehler. Entscheidend ist, ob Besucher die Seite über den vorgesehenen Weg erreichen und ob sie in der Sitemap stehen soll.

Ein zusätzlicher Link löst das Problem bei veralteten oder doppelten Inhalten selten. Aktualisiere die Seite, wenn sie weiterhin gebraucht wird. Entferne sie aus der Sitemap, wenn sie dort nicht hingehört. Leite sie auf eine passende aktuelle Seite weiter, wenn es einen sinnvollen Ersatz gibt. Entferne sie, wenn sie keinen Nutzen mehr hat. Entscheide je nach Zweck der URL.