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Die erste Link-Blase 2013?

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2013: Die neueste Manipulations-Strategie, die Sie – zeitweise – an die Spitze der SERPs bringen wird

von ANDREW SEYMOUR

Disclaimer: Es geht um etwas, das ich erst kürzlich bemerkte, so dass ich keine Zeit hatte, es ausführlich zu analysieren um es zweifelsfrei bestätigen zu können.

Immer wieder findet irgendjemand einen neuen Weg, die Such-Rankings zu manipulieren und macht eine Menge Geld damit, dann findet Google die Lücke, schließt sie, jeder wird gesperrt und es gibt viel Zähneknirschen in den Webmaster-Foren. Ich glaube, wir werden bald eine weitere Blase platzen sehen.

Als ich letztens einfach nur die SERPs durchsah, bemerkte ich ein Ergebnis, das meine Aufmerksamkeit erregte. Es war eine typische „Black-Hat“-Webseite – „garantierte Rankings in 4 Wochen oder Geld zurück“ usw. Ich überprüfte die Seite – wirklich schönes Design, sie sah richtig echt aus.

Dort war das übliche „Spam Line Up“ zu finden:

  • Social Bookmarks
  • EDU Links
  • Directory Submission
  • Drip feeding
  • Web 2.0
  • High PR Blogs
  • Artikel-Marketing (gruselig)
  • Link Wheels

Also kurz gesagt, „das Einmaleins, um von Google verbannt zu werden“. Mit der Ausnahme, dass diese Seite nicht verbannt worden war, sie hatte ein sehr hohes Ranking aufgrund starker Long Tail Optimierung. Zudem hatte sie Empfehlungen von echten Webseiten und diese Seiten haben nach wie vor ein hervorragendes Ranking für ihre zentralen Keywords. Des Weiteren hielt sich die Seite bereits seit 6 Monaten dort und überlebte alle Google Panda- und Pinguin-Angriffe.

Was geht da eigentlich vor? Ich warf einen Blick auf ihre Backlinks und bemerkte etwas sehr Seltsames. Ungefähr 75% ihrer Links waren nofollow. Und etwa 75% ihrer Kunden-Links waren nofollow.

Bevor wir uns dem zuwenden, müssen wir uns mit den Hintergründen beschäftigen.

Das Attribut „nofollow“

Es ist allgemein akzeptiert, dass ein Link, dem das Attribut „rel=nofollow“ zugewiesen ist, keinen Linkjuice weitergibt. Das nofollow-Attribut wurde eingeführt, damit Webmaster keinen PageRank mehr an Webseiten Dritter weitergeben, wenn sie zum Beispiel Bannerwerbung verskaufen. Da Google keine bezahlten Links mag, die PageRank weitergeben, kann man so Bannerwerbung verkaufen, ohne wegen Algorithmus-Manipulation Probleme zu bekommen. Ebenso werden Blog-Kommentare auf „nofollow“ gesetzt, um zu das Weitergeben des PageRanks an Dritte, die Links in die Kommentare einfügen zu verhindern usw.

Das führte zu einer sofortigen Flut von Spekulationen in Bezug auf die Verwendung von „nofollow“ bis hin zu PageRank Sculpting. Alle setzten ihre internen Links auf nofollow und hofften, sie könnten durch die Verhinderung der Weitergabe von PageRank für weniger wichtige Seiten dafür den Seiten, die höher eingestuft werden sollten, mehr PageRank weitergeben.

Fast Forward und Google haben – soweit ich das beurteilen kann – diese Lücke geschlossen, indem sie Webseiten im Ranking herunterstuften, deren interne Links auf „nofollow“ gesetzt sind. Mehr weiß ich nicht darüber – ich arbeite nicht für Google. Die Realität mag komplizierter sein als meine Sicht dazu, aber glauben Sie mir, Sie wollen Ihren internen Links das momentan nicht antun. Es wird nicht gut enden.

Also, was ist jetzt der Status von „nofollow“? Matt Cutts sagte, dass diese Links auf keinen Fall PageRank weitergeben. Ok, das wissen wir. Ich habe keinen Grund seine Aussage anzuzweifeln, da ich noch keine Seite gesehen habe, die ihren Toolbar-PageRank durch nofollow-Links erhöht hat.  Doch die Vorstellung, dass Google nofollow-Links nicht folgt, ist falsch, genau wie die Idee, dass nofollow-Links keinen Ankertext weiterleiten. Es wird oft behauptet, ist aber trotzdem falsch. Es mag sein, dass sie nicht generell verweisen oder Wert weitergeben, aber sie tun es teilweise.

Das kann relativ einfach getestet werden. Erstellen Sie irgendwo einen Blog. Geben Sie ihm einen Inhalt und erstellen Sie dann einen nofollow-Link mit einem unsinnigen Ankertext wie „iwonderifanchortextwillpassvianofollow“. Erstellen Sie keine anderen Links, die auf den Blog verweisen. Sie können darauf wetten, dass er in ein paar Wochen in den Suchergebnissen für den unsinnigen Begriff des Ankertextes auftauchen wird.
Sie werden nie wissen, welche Links diesen Kunstgriff verursachen, aber einige von ihnen werden funktionieren, wenn Sie eine ausreichende Anzahl davon setzen.

Mein unsinniger Blog wird intern von WordPress.com verknüpft werden, so wird er fast standardmäßig indiziert, und wenn er in den kommenden Wochen kein Ranking für diesen Begriff erhält, dann fresse ich einen Besen.

Um Jill Whalen (der schon länger SEO ist als ich) zu zitieren:

Zu viele Leute setzen alle oder einige Links auf nofollow, ohne eine Ahnung davon zu haben, was sie tun. Google hat viel Zeit und Energie investiert, um zu herauszufinden, wie man die Popularität und Autorität von Links grafisch darstellen kann. Google würde all diese Daten nicht einfach ignorieren, nur weil ein Haufen Idioten für „SEO-Zwecke“ ein Attribut auf ihre ausgehenden (oder internen) Links setzt.

Diese Diskussion können Sie bei Sphinn verfolgen.

Wenn es also so scheint, als würde Google Ankertext für nofollow-Links weiterleiten, führt dies zu einer kuriosen Situation. Die Google-Webmaster-Richtlinien sind sehr deutlich hinsichtlich dessen, was Sie NICHT tun dürfen:

  • Kauf oder Verkauf von Links, die den PageRank weitergeben. Dies beinhaltet den Austausch von Geld für Links oder Beiträge, die Links enthalten, den Austausch von Waren oder Dienstleistungen für Links oder das Versenden eines “kostenlosen” Produktes an jemanden, sodass diese Person darüber schreibt und einen Link einfügt.
  • Übermäßiger Link-Austausch („Link zu mir und ich werde einen Link zu Dir erstellen“)
  • Die Verlinkung zu Webspammern oder unabhängigen Webseiten mit der Absicht, den PageRank zu manipulieren
  • Aufbau von Partnerseiten ausschließlich zum Zwecke der Verlinkung
  • Erstellung von Links zu Ihrer Seite durch automatisierte Programme oder Dienstleister

Also im Wesentlichen können Sie alle Links kaufen, die Sie wollen, solange sie „nofollow“ sind – und einige dieser nofollow-Links werden Werte weitergeben, die Ihre Rankings verbessern.

Volltreffer!

Nicht ganz. Ich habe es weder ausreichend getestet, noch habe ich genügend darüber Informationen gesammelt, um zu beweisen, dass das tatsächlich wahr ist. Aber es scheint, dass diese Eigenart des Google-Algorithmus und sein Verhältnis zu „nofollow“ anfällig für Brute-Force-Link-Manipulation ist.

Um Matt Cutts von Google zu zitieren:

Im Lauf der Jahre habe ich ein paar Grenzfälle gesehen, in denen ein nofollow-Link Ankertext weitergegeben hat; in der Regel aufgrund von Fehlern bei der Indizierung, die wir dann behoben haben.

Ich habe vor Kurzem viel mehr als nur „ein paar Grenzfälle“ gesehen! Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass etwas so Einfaches wie die Erstellung möglichst vieler nofollow-Links Sie auf Platz eins für Ihr gewähltes Keyword bringen wird (ich halte es ohnehin angesichts des Ergebnisses, des Risikos und des Aufwands für ziemlich dumm, für ein einzelnes Keyword auf Platz 1 gelangen zu wollen), scheint es wahr zu sein, dass:

  • Ein nofollow-Link Ihnen einige Ankertext-Werte einbringen kann
  • Sie einfach Geld ausgeben und so viele „nofollow“-Links kaufen können, wie Sie wollen, ohne dabei die Richtlinien für Webmaster zu verletzen
  • Früher praktizierte Linkbuilding-Maßnahmen, wie Link-Pyramiden usw., funktionieren immer noch mit „nofollow“-Links, jedoch vererben diese nur einen sehr geringen PageRank / Ankertext, da weniger der Links gezählt werden
  • Sie überleben werden, da Sie die Regeln nicht brechen
  • Sie Ergebnisse sehen werden, wenn Sie für ausreichend Links sorgen

Daher könnten Sie so etwas wie das berüchtigte „Build My Rank“-Linknetzwerk aufbauen und betreiben, und Links innerhalb dieses Netzwerks verkaufen und kaufen, ohne gegen die Google-Richtlinien für Webmaster zu verstoßen.

Ich definierte früher bereits den „White Hat SEO“ als „alles, was Ergebnisse bringt, ohne die Richtlinien des Suchanbieters zu verletzen“. Ich möchte noch eine Warnung hinzufügen: “Dazu gehören auch Aktivitäten, die sicher in naher Zukunft in die Liste der Dinge aufgenommen werden, die Sie nicht tun dürfen”, weshalb sich Passion Digital in absehbarer Zeit auch nicht auf solche Dinge einlassen wird – aber „Churn and Burn“-Webmaster nehmen dies vielleicht zur Kenntnis und ziehen Nutzen aus diesem kostenlosen Angebot, solange es verfügbar ist.

Wahrscheinlich werde ich Danny Sullivan & Matt Cutts eine E-Mail senden, um zu sehen, ob ich auf dem Holzweg bin. Wenn sie mir antworten (was ich stark bezweifle), werde ich die Details hier hinzufügen.


Zwei weitere Beispiele:

Dies ist eine recht ordentliche Fallstudie. Sie ist nicht perfekt – es gibt Inhalte, die sich zumindest teilweise auf die verwendeten Keywords beziehen – aber es ist dennoch ein faszinierendes Ergebnis:

http://www.socialseo.com/blog/an-experiment-nofollow-links-do-pass-value-and-rankings-in-google.html

Auch wenn es schwierig ist, die Vorgehensweise einwandfrei festzustellen, scheint es, dass ein weiterer Fall von nofollow-Links funktioniert:

http://www.youtube.com/watch?v=8GsqWK4yQ6o


UPDATE!

Die Seite, die ich betrachtet hatte, scheint aus den SERPs ausgefiltert worden zu sein. Sie haben nicht einmal mehr ein Ranking für ihre Marken-Begriffe. Ich besprach die Thematik privat mit ein paar Leuten – ganz sicherlich niemand von Google.  Entweder hatten sie einfach Glück, dass sie eine Weile existieren konnten oder jemand von Google hat es bemerkt? Ich weiß es nicht. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass ich in naher Zukunft meine Worte zurücknehmen werde. Wir müssen abwarten, ob die anderen Seiten, die ich entdeckte, ihre Position behalten werden. So oder so, ich werde die Namen oder URLs in diesem Beitrag nicht angeben.

Ich habe auch Danny Sullivan (der sich eindeutig auskennt) eine E-Mail geschrieben und er bezweifelt stark, dass nofollow-Links auf diese Weise funktionieren – obwohl Matt Cutts gesehen hat, dass nofollow-Links Ankertext gesendet haben, sagte Danny, dass das nur in äußerst seltenen Fällen vorkam, die nicht wie auf die in diesem Artikel beschriebene Weise ins Gewicht fallen.

So sieht es also aus! Die, bei denen man mit Sicherheit feststellen kann, dass sie es getan haben, werden dafür Schwierigkeiten bekommen. Das ist keine Überraschung!

Dieser Artikel wurde von dem SEO-Spezialisten Andrew Seymour verfasst und ist im Original auf dem Blog seiner Agentur Passion Digial zu finden.

 

Der Autor

AndrewAndrew Seymour ist Head of SEO bei der Londoner Digial-Marketing-Agentur Passion Digial. Er führte SEO-Kampagnen für Marken wie ITV, Boots, Island oder John Lewis durch und verfolgt leidenschaftlich die Wege, die Online-Ideen durch das Internet nehmen.

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